In einer Woche startet der 78. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie im Congress Center Düsseldorf. Wie Müllberge in Operationssälen vermieden werden können und welche Chancen und Risiken die Künstliche Intelligenz bietet – diese Fragen sollen Antworten finden. UroForum sprach mit DGU-Präsidentin Prof. Susanne Krege.
Wie sieht die DGU-Strategie zur Einbindung der Medizinprodukte-Hersteller in ein Konzept der Nachhaltigkeit in der Urologie aus?
Prof. Krege: Die Müllberge in unseren Operationssälen haben mich auf diese Idee gebracht. Eine Schere steckt zum Beispiel immer in einer riesigen Packung. Warum ist das so? Medizinprodukte-Herstellerhaben das Problem erkannt und setzen auch auf Nachhaltigkeit. Dabei spielt das Recycling von Einmal-Produkten eine große Rolle und kann sogar sinnvoller sein als Umweltbelastungen durch die Sterilisierung von Mehrfach-Produkten. Jedes Medizinprodukt enthält eine Pflicht-Angabe zum CO2-Abdruck. Leider gibt es keine einheitlichen Angaben, was im Übrigen auch die Medizinprodukte-Anbieter selbst stört. Sie wünschen eine einheitliche Berechnung sowie standardisierte Angaben auf den Produkten.
Gibt es in dieser Frage eine geschlossene Position?
Prof. Krege: DGU und Medizinprodukte-Hersteller haben in dieser Frage eine geschlossene und einheitliche Haltung. In Düsseldorf wird es auch ein Nachhaltigkeits-Forum mit Impulsvorträgen zum Life Science Assessment der Medizinprodukte und dem CO2-Abdruck geben. In der Diskussionsrunde werden auch Anbieter beteiligt sein.
Wie nachhaltig ist die Urologie?
Prof. Krege: Seit vergangenem Jahr steht das Thema auf der Agenda der Urologie. Prof. Bernd Wullich hat 2025 in Hamburg eine Arbeitsgemeinschaft zu Fragen der Nachhaltigkeit in der Urologie gegründet. In zwei urologischen Praxen wurden die CO2-Abdrücke ermittelt. Die Analysen werden in Düsseldorf vorgestellt. Insgesamt tut sich sehr viel in dieser Frage.
Gilt das auch für die Künstliche Intelligenz?
Prof. Krege: Ja, unbedingt! In der Radiologie und in der Pathologie wird Künstliche Intelligenz eingesetzt. Diese Fortschritte erleichtern die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte. Erstmals wird es auf dem DGU-Kongress ein KI-Tumorboard geben, in dem die Arbeitsweise der Künstlichen Intelligenz vorgestellt wird. Am uroonkologischen Fallbeispiel wollen wir zeigen, wie KI ein Prostatakarzinom anhand der MRT-Befundung, der Biopsien und des PET-CTs bewertet. Und natürlich wird sich auch das Tumorboard selbst mit dem Fall befassen und die Interaktion zwischen Menschen und KI zeigen. Zudem darf ich für das Tumorboard noch eine Überraschung ankündigen!





