Urologie » Sonstiges

»

Krankenhausreform könnte auch das Aus für urologische Kliniken bedeuten

Prof. Christian Eggersmann (l.), und Prof. Björn Volkmer

Krankenhausreform könnte auch das Aus für urologische Kliniken bedeuten

Berufspolitik

Urologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Zwar stehen die Folgen der bundesweiten Krankenhausreform für die Urologie in den Sternen, aber der Krankenhausplan Nordrhein-Westfalen erlaubt erste Rückschlüsse auf einen nationalen Trend. Das Akademieforum „Noch ganz dicht? Aktuelles aus dem Gesundheitssystem“ bot heute Mittag zwei interessante Vorträge von Prof. Björn Volkmer und Prof. Christian Eggersmann.

Prof. Christian Eggersmann, Klinikum Rheine (l.), und Prof. Björn Volkmer, Klinikum Kassel diskutierten über Existenzfragen der klinischen Urologie – heute und in Zukunft. (Foto © Runkel)
Aus für urologische Kliniken? Prof. Christian Eggersmann, Klinikum Rheine (l.), und Prof. Björn Volkmer, Klinikum Kassel diskutierten über Existenzfragen der klinischen Urologie – heute und in Zukunft. (Foto © Runkel)

Prof. Christian Eggersmann ist Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie im Klinikum Rheine. Nach einer fachbezogenen Analyse des Krankenhausplans NRW sah Prof. Eggersmann „Hinweise für eine gewisse Überversorgung in der Leistungsgruppe Urologie in allen Versorgungsgebieten“. Zwar werde eine wohnortnahe urologische Grundversorgung bleiben, aber eine weitere regionale urologische Spezialisierung werde wohl unausweichlich sein. „Es werden weitere Krankenhäuser nach Umsetzung der Strukturreform durch den Krankenhausplan vom Netz gehen und damit auch urologische Kliniken“, berichtete Prof. Eggersmann. Diese Trends könnten sich auch in anderen Regionen des Bundesgebiets wiederholen, denn die Methodik des NRW-Plans wird auch in die Krankenhausreform einfließen.

Eine intensive Kooperation der Kliniken und die proaktive Bildung von Qualitätsmerkmalen – zum Beispiel im Hinblick auf zertifizierte onkologische Zentren – sieht Prof. Eggersmann als Perspektiven für die Urologie. Das wird umso wichtiger, als Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach ab April 2024 einen interaktiven Krankenhausatlas ins Netz stellen will. Daraus sollen Fallzahlen von Leistungen, personelle Ausstattung in Relation zum Leistungsumfang, Komplikationsraten und die Level-Zugehörigkeit transparent sichtbar werden. Das könnte laut Eggersmann zu einer Abstimmung mit den Füßen führen.

Prof. Björn Volkmer, Co-Chefarzt Urologie im Klinikum Kassel, befasste sich mit Dokumentations- und Kodierfehlern in der Urologie. „Pleite trotz guter Medizin?“ Diese Frage erläuterte Prof, Volkmer an Beispielen, in denen eine falsche Kodierung Verluste von mehreren hundert Euro bedeutet. Zum Beispiel kennt das DRG-System keine Notfälle und auch die ESWL als Zusatz zur instrumentellen Steinentfernung sei in bestimmten Fällen sinnvoll, um der Klinik viel Geld zu sichern. (fgr)

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Mikroskop mit schwebenden Zellen im Labor als Symbol fuer Immuntherapie und neue Therapieoptionen beim Peniskarzinom

Update Peniskarzinom 2026: Immuntherapie und neue Therapieperspektiven

Fachbeitrag

Beim seltenen Peniskarzinom eröffnen Immuntherapien und molekulare Analysen neue Behandlungsperspektiven. Daten zu Cemiplimab zeigen jedoch, dass bislang nur bestimmte Patientengruppen profitieren. Entscheidend für die personalisierte Therapie sind daher verlässliche Biomarker und eine präzise molekulare Charakterisierung.

Urologie

Tumoren der äußeren Genitalien

Peniskarzinom

Beitrag lesen
Der damals 17-jährige Mailo erhält im Juli 2025 eine T-Zelltherapie gegen PRAME mit seinen gentechnisch veränderten Immunzellen. © privat

PRAME-T-Zelltherapie drängt metastasierten Nierentumor zurück

Aktuelles

Eine personalisierte T-Zelltherapie hat bei einem Jugendlichen mit weit fortgeschrittenem, therapieresistentem Nierentumor zu einem vollständigen Ansprechen geführt. Die Behandlung zielte auf das Tumorantigen PRAME. Eine klinische Studie für weitere Kinder und Jugendliche ist ab 2027 geplant.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Aktuell warten in Deutschland 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Rund 250 Abgeordnete wollen deshalb eine Widerspruchslösung im Bundestag durchsetzen. © abuzar - stock.adobe.com

Bundestags-Gruppe beantragt Widerspruchslösung für Organspende

Berufspolitik

Rund 250 Abgeordnete mehrerer Fraktionen des Bundestags haben beantragt, eine Widerspruchslösung für die Organspende im Transplantationsgesetz zu verankern. Dann müssten Versicherte z.B. einer postmortalen Nierenspende widersprechen, um sie zu verhindern.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen