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MR-LINAC: Neues Großgerät ermöglicht innovative Krebstherapie in Dresden

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MR-LINAC: Neues Großgerät ermöglicht innovative Krebstherapie in Dresden

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Erschienen in: UroForum

Seit wenigen Tagen werden Tumor-Patientinnen und -Patienten im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKD) mit dem neuen Magnetresonanz-Linearbeschleuniger (MR-LINAC) therapiert. Das Großgerät „Unity“ der Firma Elekta soll mit der Kombination von Photonen und MRT-Bildgebung neue Standards in der personalisierten Strahlentherapie setzen. Dabei wäre eine präzisere Bestrahlung beweglicher Tumoren in Weichgeweben (z. B. Prostata und Nebenniere) mit Photonen möglich.

MR-LINAC
Ein Patient wird für die Therapie im Magnetresonanz-Linearbeschleuniger (MR-LINAC) vorbereitet. (Bild © UKD/Kirsten Lassig)

„Diese individualisierte Hochpräzisions-Bestrahlung ist die Zukunft in der Strahlentherapie. Mit dem MR-LINAC startet die Hochschulmedizin Dresden in ein neues Therapiezeitalter“, sagt Prof. Esther Troost, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des UKD und Dekanin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus an der TU Dresden.

Deutschlandweit sind nur vier weitere dieser Geräte in der Patientenversorgung im Einsatz: in Heidelberg, Tübingen, München und Trier. Der Freistaat Sachsen hat die Investition in das neue Großgerät mit insgesamt fast neun Millionen Euro unterstützt. Die damit verbundenen Forschungsvorhaben werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Hintergrund zum MR-LINAC

Die Bestrahlung mit Photonen baut auf Informationen einer röntgenbasierten Bildgebung. Vor jeder Bestrahlung geben dreidimensionale Abbildungen des Patienteninneren Hinweise darauf, wie und wo Gewebe bestrahlt werden muss. Mit Röntgenbildgebung lassen sich jedoch Tumore der Weichgewebe nicht optimal abbilden und eine Anpassung des Bestrahlungsplans in Echtzeit ist nicht möglich. Diese beiden Nachteile der Photonenbestrahlung sind vor allem vor dem Hintergrund relevant, dass 60 % der zu bestrahlenden Tumoren sich an oder in beweglichen Organen befinden. Die meisten davon haben ihren Ursprung in Weichgeweben – am häufigsten treten sie an den Extremitäten oder am Rumpf und im Bauchraum auf. Beispiele sind Tumoren in Muskeln, Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere, Nebenniere, Prostata oder Gebärmutter. Dabei ließe sich die biologische Wirksamkeit der Bestrahlung durch eine erhöhte Bestrahlungsdosis je Sitzung steigern. Um dies umzusetzen, müsste der individuelle Therapieplan in Echtzeit an die sich täglich ändernde Anatomie angepasst werden. Für den MR-LINAC wurde ein Photonen-Linearbeschleuniger in ein Magnetresonanztomografie-Gerät integriert.

Hochaufgelöster Weichgewebskontrast in Echtzeit

„Uns stehen nun in der Bildgebung ein exzellenter, hochaufgelöster Weichgewebskontrast sowie Bilder in Echtzeit zur Verfügung. Zudem können wir zusätzliche Dosis im Normalgewebe vermeiden“, sagt Prof. Mechthild Krause, zusammen mit Prof. Esther Troost Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des UKD, sowie Teil des Geschäftsführenden Direktoriums des NCT/UCC.

Daraus ergeben sich nicht nur bessere Behandlungsmöglichkeiten für die Krebskranken. Die Medizinerinnen und Mediziner haben zudem viele Ansatzpunkte zur Forschung, um die Therapie noch besser zu machen. „Das Ziel ist die Entwicklung der individuellen Bestrahlungsplananpassung basierend auf der Bewegung von Tumor und Normalgewebe. Bei der Behandlung beweglicher Weichgewebstumoren soll zudem die Dosis je Bestrahlungssitzung erhöht werden, um die Anzahl an Sitzungen insgesamt zu reduzieren“, erklärt Prof. Esther Troost weiter. Neben Studien zur Behandlung Krebskranker werden auch Studien zur Behandlung anderer Indikationen folgen.

Tradition: 100 Jahre Strahlentherapie in Dresden

Die Einweihung des MR-LINAC ist Höhepunkt des in diesem Jahr begangenen Jubiläums anlässlich 100 Jahre Strahlentherapie in Dresden. Anfang der 1920er-Jahre wurde eine Strahlenklinik zur diagnostischen und therapeutischen Anwendung von Strahlen durch Erich Saupe in Dresden gegründet. Für das Jahr 1922 ist die erste dokumentierte Strahlentherapie im Stadtkrankenhaus Dresden-Johannstadt (Haus 9) in den Archiven belegt. 1923 erfolgte die Gründung des Röntgeninstituts am Johannstädter Krankenhaus. Eine Ausstellung im Dekanat der Medizinischen Fakultät auf der Fiedler Straße gibt einen Überblick über die Geschichte. Anlässlich des Jubiläums findet zudem ein Festakt einschließlich Symposiums am 21. Juni 2022 statt.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (>>zur vollständigen Pressemitteilung)

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