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Uro-onkologische Expertise in gemeinsamer Sprechstunde

Zwei Aerztinnen und Aerzte im weissen Kittel stehen in einem Behandlungsraum und symbolisieren eine gemeinsame uro-onkologische Sprechstunde

Quelle: © UKDD/Annechristin Bonß

Uro-onkologische Expertise in gemeinsamer Sprechstunde

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: UroForum

Neues Beratungsangebot für Patient*innen mit einer gemeinsamen Sprechstunde von Urologen und Radioonkologen. Dadurch bietet sich die Möglichkeit einer direkten Zweitmeinung und eine Klarheit bei komplexen Fällen. Es sorgt für eine bessere Qualität bei der Patientenbehandlung.

Eine Krebsdiagnose ist für Betroffene häufig mit großer Unsicherheit und Ängsten verbunden. Neben der Verarbeitung der Diagnose müssen oft innerhalb kurzer Zeit weitreichende Therapieentscheidungen verstanden und verarbeitet werden. Je komplexer und langwieriger die Erkrankung, desto schwieriger fällt es oft, klar die Optionen zu bewerten. Für Patientinnen und Patienten mit Prostata-, Blasen-, Nieren- oder Urothelkarzinomen in dieser Situation gibt es jetzt ein neues Angebot am Universitätsklinikum Dresden. Um Betroffene bei der Entscheidung zur Therapie bestmöglich zu unterstützen, bieten die Klinik für Urologie sowie die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie seit diesem Jahr eine gemeinsame interprofessionelle Sprechstunde an. Das Ziel: Patientinnen und Patienten mit komplexen Krankheitsverläufen eine fundierte Zweitmeinung bieten. Dafür beraten die Expertinnen und Experten gemeinsam über die individuell beste Behandlungsstrategie.

„Neben exzellenter Diagnostik und Therapie muss es uns auch immer darum gehen, den Menschen klar und verständlich zu kommunizieren, wie wir ihnen helfen können. Dafür müssen wir verstehen, was sie bewegt. Eine gemeinsame Sprechstunde dieser Art gibt Sicherheit und entlastet in einer stark herausfordernden Situation“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum.

„Für viele Patientinnen und Patienten gibt es heute nicht nur einen Behandlungsweg. Häufig kommen verschiedene Therapieoptionen infrage, die jeweils Vor- und Nachteile mit sich bringen. In der gemeinsamen Sprechstunde mit der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie betrachten wir jede Erkrankung aus den unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln und entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen eine individuell passende Therapieempfehlung“, sagt Dr. Séverine Banek, Oberärztin der Klinik für Urologie. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht es, diagnostische Befunde gemeinsam zu bewerten und diese Bewertung mit dem Patienten zu teilen. Der wiederum bekommt an einer Stelle umfassende Antworten auf seine Fragen – weitere Wege und Termine bleiben ihm erspart.

„Unsere interprofessionelle Sprechstunde zeigt, wie moderne Krebsmedizin funktioniert: Fachdisziplinen arbeiten nicht nebeneinander, sondern miteinander. Unsere Patientinnen und Patienten erhalten eine gemeinsame Empfehlung, die alle verfügbaren Behandlungsoptionen berücksichtigt. Das stärkt die Qualität der Versorgung und gibt Sicherheit“, sagt PD Dr. Tobias Hölscher, Oberarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Zudem stärkt die interprofessionelle Zusammenarbeit das gegenseitige Verständnis der Fachbereiche füreinander und ermöglicht das beiderseitige Lernen.

Patientinnen und Patienten aus Sachsen und darüber hinaus können sich in der Interdisziplinären Sprechstunde für uro-onkologische Erkrankungen am Uniklinikum Dresden anmelden. Dabei geht es um komplexe Fälle, bei denen eine individuelle und detaillierte Beratung zu unterschiedlichen Therapieoptionen sinnvoll und gewünscht ist. So wie bei einem 81-Jährigen aus Gera, der sich im Juni in Dresden vorgestellt hat. Seit 2021 leidet er an einer uro-onkologischen Erkrankung, deren Weiterverlauf und -behandlung er nun besprechen möchte. „Ich bin sehr dankbar für die Hilfe und die Empfehlungen“, sagt er. Der Weg bis nach Dresden habe sich gelohnt. „Für mich war es sehr wichtig, verschiedene Therapieoptionen zu besprechen und so eine sichere Entscheidungsbasis zu bekommen. Mit dem besprochenen Fahrplan kann ich mich nun auf die Therapie konzentrieren.“

Die neue Sprechstunde ergänzt die interdisziplinären Strukturen, die am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC Dresden) zum medizinischen und wissenschaftlichen Alltag gehören und zur erfolgreichen Zertifizierung einzelner Abteilungen führen. Davon profitieren auch die Patientinnen und Patienten. Das belegt die aus der Universitätsklinik Dresden initiierte WiZen-Studie: Die auf Basis von GKV-Abrechnungs- und Krebsregisterdaten Erhebung zeigt, dass Patientinnen und Patienten mit Krebs in zertifizierten Zentren einen Überlebensvorteil haben. Die Ergebnisse dieser Studie liefern wichtige Erkenntnisse zur Qualität von Krebsbehandlungen in Zertifizierten Zentren gegenüber anderen Kliniken. Als wesentliche Erfolgsfaktoren gelten die strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit, leitliniengerechte Therapien und die hohe Spezialisierung der beteiligten Fachdisziplinen.

Quelle: Pressmitteilung Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Bildunterschrift: PD Dr. Tobias Hölscher, Oberarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie und Dr. Séverine Banek, Oberärztin der Klinik für Urologie, leiten die interdisziplinäre Sprechstunde von Urologie & Radioonkologie.

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