Neuere Studien legen nahe, dass die Exposition von Helicobacter pylori (H. pylori) auch mit Darmkrebs (CRC) in Verbindung stehen könnte. Ein internationales Forscherteam machte sich in einer aktuellen Studie daran, die mit einer H. pylori-Exposition verbundene potenzielle weltweite CRC-Krankheitslast zu quantifizieren. Dazu werteten sie Daten aus systematischen Übersichtsarbeiten und Metaanalysen (stratifiziert nach Region, Diagnosemethoden und Eradikationsstatus) zur weltweiten Prävalenz und Darmkrebsinzidenz aus und kombinierten diese mit den Daten aus 43 epidemiologischen Studien, die bei insgesamt 48,7 Millionen Menschen das Erkrankungsrisiko abgeschätzt haben. Daraus errechneten sie, welcher bzw. wie hoch der Anteil der globalen und regionalen Darmkrebsfälle mit H. pylori assoziiert sein könnte.
Ergebnis: Die Exposition von H. pylori war mit einem geschätzten 1,59-fach erhöhten relativen Risiko für CRC assoziiert. In Beobachtungsstudien war die Eradikation von H. pylori mit einem verringerten Risiko für CRC verbunden, jedoch erst nach 10 Jahren Nachbeobachtung. Weltweit waren schätzungsweise 22,0% der CRC-Fälle potenziell mit einer H. pylori-Exposition verbunden. In Deutschland gingen den Berechnungen zufolge lediglich 10% der Darmkrebserkrankungen auf das Konto von H. pylori.
Quelle: Li Y et al. eGastroenterology 2026;4:e100436. https://doi.org/10.1136/egastro-2026-100436





