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Frauen dreimal häufiger von mikrovaskulären Spasmen betroffen

Person hält sich mit beiden Händen die Brust – Symbolbild für Brustschmerzen und Angina-pectoris-ähnliche Beschwerden

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Frauen dreimal häufiger von mikrovaskulären Spasmen betroffen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Bei einem Drittel der Patient*innen mit epikardialen Koronarspasmen lässt sich zuvor ein mikrovaskulärer Spasmus nachweisen – Frauen sind dabei unabhängig von klassischen Risikofaktoren dreimal häufiger betroffen. Das zeigt eine Analyse aus Stuttgart.

Patient*innen mit Angina pectoris ohne epikardiale Koronarstenosen (ANOCA) leiden häufig an Koronarspasmen. Während mikrovaskuläre und epikardiale Spasmen mittels intrakoronarem Acetylcholintest diagnostiziert werden können, ist der Zusammenhang beider Spasmustypen bislang unzureichend untersucht.

Für die vorliegende Analyse wurden 142 konsekutive ANOCA-Patient*innen (mittleres Alter 63 Jahre, 44 % Frauen) eingeschlossen, die zwischen 2008 und 2025 eine Herzkatheteruntersuchung mit Acetylcholintest erhielten und bei einer Dosis von 200 µg einen epikardialen Spasmus gemäß COVADIS-Kriterien entwickelten. Erhoben wurden demographische Daten, kardiovaskuläre Risikofaktoren sowie intraprozedurale Parameter – insbesondere das Auftreten typischer Beschwerden und ischämietypischer EKG-Veränderungen bei niedrigeren Acetylcholindosierungen (2 µg, 20 µg, 100 µg), um das Vorliegen eines mikrovaskulären Spasmus vor dem epikardialen Ereignis zu erfassen.

Insgesamt 49 von 142 Patient*innen (35 %) zeigten vor dem epikardialen Spasmus einen mikrovaskulären Spasmus. Hinsichtlich klassischer kardiovaskulärer Risikofaktoren (arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Nikotinabusus, Dyslipidämie, positive Familienanamnese) ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Allerdings zeigte sich ein signifikant höherer Frauenanteil in der Gruppe mit mikrovaskulärem Spasmus (55 % vs. 29 %, p = 0,037). In der multivariaten Analyse erwies sich das weibliche Geschlecht als einziger unabhängiger Prädiktor für das Auftreten eines mikrovaskulären Spasmus (OR 3,0; 95 % CI 1,1–7,8; p = 0,021).

Bei 35 % der Patient*innen mit ANOCA und epikardialen Koronarspasmen lässt sich unter niedrigerer Acetylcholindosis ein mikrovaskulärer Spasmus nachweisen. Frauen sind dabei unabhängig von traditionellen Risikofaktoren dreimal häufiger betroffen.

Quelle: Fischer A, Saccardi L, Bekeredjian R et al. Clin Res Cardiol (2026). DOI: 10.1007/s00392-026-02870-1 – Abstractband der DGK-Jahrestagung 2026

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