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Frühe Menopause: 40 % höheres Risiko für Herzerkrankungen

Ärztin hält Stethoskop an die Brust mit digitaler Herzdarstellung und EKG-Kurve – Symbol für das erhöhte Herzinfarktrisiko bei früher Menopause

Quelle: © Olga – stock.adobe.com

Frühe Menopause: 40 % höheres Risiko für Herzerkrankungen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kommen, tragen ein deutlich erhöhtes Risiko für koronare Herzerkrankungen. Das zeigt eine aktuelle US-Studie – und sie macht deutlich, warum das Menopause-Alter in der klinischen Praxis künftig stärker beachtet werden sollte.

Östrogen als Schutzschild – bis es wegfällt

Lange war bekannt, dass weibliche Geschlechtshormone, insbesondere Östrogen, Frauen in gewissem Maß vor der Entstehung von Atherosklerose schützen – und damit auch vor deren Folgen: Verengungen der Herzkranzgefäße, Angina pectoris und Herzinfarkt. Nach der Menopause verlieren Frauen diesen hormonellen Schutz und holen beim Herzerkrankungsrisiko gegenüber Männern massiv auf.

Wie gravierend dieser Effekt bei einem besonders frühen Eintritt in die Wechseljahre ist, hat nun eine große US-amerikanische Studie quantifiziert – mit einem klaren Ergebnis: Wer vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kommt, hat ein um rund 40 % höheres Risiko für eine koronare Herzkrankheit.

Die Studie: Über 10.000 Frauen, 163.000 Personenjahre

Die Untersuchung von Priya Freaney von der Northwestern University Feinberg School of Medicine (Chicago, USA) und ihren Co-Autorinnen und Co-Autoren wurde in JAMA Cardiology veröffentlicht. Die zentrale Forschungsfrage lautete: Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem vorzeitigen Einsetzen der natürlichen Menopause und dem lebenslangen Risiko einer koronaren Herzkrankheit?

Dafür analysierten die Forschenden Gesundheitsregisterdaten von insgesamt 10.036 Frauen – 6.514 weißer und 3.522 afroamerikanischer Herkunft – aus sechs renommierten amerikanischen Langzeitstudien. Keine der Teilnehmerinnen hatte zu Studienbeginn eine koronare Herzerkrankung. Das mittlere Alter lag bei etwas über 60 Jahren, die Nachbeobachtung umfasste insgesamt 163.000 Personenjahre. Als vorzeitige Menopause galt das Ausbleiben der Menstruation vor dem 40. Lebensjahr.

Ergebnis: 40 % höheres Risiko – ethnische Unterschiede beim Erkrankungsalter

Die Ergebnisse sind eindeutig: Vorzeitige Menopause war sowohl bei weißen als auch bei schwarzen Frauen mit einem rund 40 % höheren Lebenszeitrisiko für koronare Herzkrankheit verbunden – gemessen an der Häufigkeit nicht tödlicher und tödlicher Herzinfarkte über die gesamte Lebenszeit. Der Unterschied zwischen den ethnischen Gruppen war dabei minimal: plus 41 % bei afroamerikanischen, plus 39 % bei weißen Frauen.

Allerdings zeigten sich ethnische Unterschiede in einem anderen Bereich: Afroamerikanische Frauen waren deutlich häufiger von vorzeitiger Menopause betroffen und erkrankten im Mittel fast ein Jahr früher an einer koronaren Herzerkrankung. Bei weißen Frauen war ein ähnlicher Trend erkennbar, der jedoch statistisch nicht signifikant war.

Klare Botschaft für die klinische Praxis

Die Studienautorinnen und -autoren ziehen eine unmissverständliche Schlussfolgerung: „Ein vorzeitiger Beginn der Menopause ist ein wichtiger Risikofaktor für das Lebenszeitrisiko einer koronaren Herzkrankheit und sollte routinemäßig in der klinischen Praxis untersucht werden, um gegebenenfalls präventive Maßnahmen zu intensivieren.“

Für die Praxis bedeutet das: Das Menopause-Alter sollte künftig als eigenständiger kardiovaskulärer Risikofaktor in der Anamnese erfasst werden – vergleichbar mit Blutdruck, Cholesterin oder Raucheranamnese. Frauen, die früh in die Wechseljahre kommen, sollten engmaschiger kardiologisch begleitet und über präventive Maßnahmen informiert werden.

Quelle: Freaney P et al. Early Natural Menopause and Lifetime Risk of Coronary Heart Disease. JAMA Cardiol 2026; 11(5):455–58. DOI: 10.1001/jamacardio.2026.0212

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