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Delir in der Neurologie: Herausforderungen meistern – von Risikofaktoren bis Therapiemanagement

Delir in der Neurologie: Herausforderungen meistern – von Risikofaktoren bis Therapiemanagement

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Erschienen in: neuro aktuell

Ein Delir ist eine akute, durch fluktuierende Symptome gekennzeichnete Störung der Aufmerksamkeit, des Bewusstseins, der Orientierung oder anderer Funktionen, die durch medizinische Krankheitsfaktoren oder multiple Ätiologie verursacht wird. Die Pathophysiologie konnte bisher noch nicht im Detail detektiert werden, berichtete PD Dr. med. Annerose Mengel, Tübingen. Die Neurotransmitterhypothese geht davon aus, dass es aufgrund eines Neurotransmitterungleichgewichts zu den entsprechenden Symptomen kommt. Die metabolische Dysregulationshypothese hat aufgezeigt, dass oxidativer Stress im Gehirn für die Ausbildung eines Delirs verantwortlich zeichnet. Das Risiko, ein Delir zu entwickeln, ist vor allem bei älteren Patienten hoch. Hinzu kommen Risikofaktoren wie eine kognitive Einschränkung, Polypharmazie, Elektrolytveränderungen oder eine längere Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. Ein Delir wird allerdings in 85% der Fälle ohne Screeninginstrument nicht erkannt, stellte Max Zilezinski, Berlin, heraus. Denn es ist nicht das hyperaktive Delir, das überwiegend entwickelt wird. Viel häufiger kommt ein hypoaktives Delir oder Mischformen vor, ergänzte Dr. med. Christiana Franke, Berlin.

Da die Störung u.a. mit einer erhöhten Mortalität, poststationären Heimunterbringung sowie einem hohen pflegerischen Aufwand sowie Kosten verbunden ist, sollte der Prävention mehr Bedeutung beigemessen werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf nicht-medikamentösen Maßnahmen, da bis auf eine suffiziente Schmerzbehandlung mit pharmakologischen Interventionen bisher keine guten Effekte erzielt werden konnten, so die Expertin. Das Therapiemanagement von Patienten im Delir stützt sich daher auch vor allem auf die Fortführung der präventiven Maßnahmen wie Reorientierungsmaßnahmen, die Einhaltung des Tag-Nacht-Rhythmus, Benutzung von Hilfsmitteln, eine frühzeitige Mobilisierung, ausreichende Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr sowie die Vermeidung von Kathetern oder Zugängen.

Medikamentöse Therapieoptionen werden auf die zugrundeliegenden Beschwerden abgestimmt. So können inhaltliche Denkstörungen beispielsweise mit Haloperidol oder Risperidon behandelt werde. Bei einer psychomotorischen Unruhe können Melperon oder Pipamperon eingesetzt werden und bei Schlafstörungen bzw. einer Tag-Nacht-Umkehr kann man sich schlaffördernde Nebenwirkungen von beispielsweise Mirtazapin zu eigen machen. Benzodiazepine oder Z-Substanzen sollten bei letzteren Patienten hingegen nicht eingesetzt werden, unterstrich Franke.

Leoni Burgraf

Quelle: Wissenschaftliches Symposium „Das Delir in der Neurologie“ am 08.11.2023 im Rahmen des 96. Kongresses der Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin

Bildquelle: © olga_demina_stock.adobe.com

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