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Early Seizure clinics: Besserer Outcome bei früher Intervention

Early Seizure clinics: Besserer Outcome bei früher Intervention

Kongress

Neurologie und Psychiatrie

Epilepsie

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Erschienen in: neuro aktuell

Bieten die „Early Seizure clinics“ mit einem speziell auf Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf einen epileptischen Anfall abgestimmten Diagnosepfad Vorteile gegenüber dem Standard-Management? In einem gemeinsamen Symposium der Fachgesellschaften EAN (European Academy of Neurology), ILAE (International League Against Epilepsy) und CEA (Canadian Epilepsy Alliance) diskutierten Experten auf dem EAN 2025 über den Zusatznutzen der „Early Seizure clinics“.

Zu den Schwachstellen der bisherigen Diagnostik gehört laut Prof. Ronan McGinty, Liverpool, dass oft nur gefragt wird „Epilepsie – ja oder nein“ anstatt „Epilepsie oder was sonst?“. Bei den „Early Seizure clinics“ bringt ein spezieller Diagnose- und Behandlungspfad für diese Population Vorteile, ist Prof. Stephan Rüegg, Basel, überzeugt. Kommt ein Patient mit dem ersten Anfall, durchläuft er ähnlich wie beim Schlaganfall in den ersten zwei bis drei Tagen ein intensives, komprimiertes Abklärungsprogramm. Dies beginnt bereits im Krankenwagen, erklärte Rüegg.

Prof. Simona Lattanzi, Ancona, warnte, dass bereits beim ersten epileptischen Anfall neurologische Veränderungen im Gehirn nachweisbar sind. Jeder neue Anfall feuert die Neuroinflammation weiter an. Erste Erfahrungen bestätigen die Vorteile der „First Seizure clinics“. Eine retrospektive Analyse von Neligan et al. (2021) wertete die Verläufe von 772 Patientinnen und Patienten aus, die mit Verdacht auf einen ersten epileptischen Krampfanfall im First Seizure Service des Londoner National Hospital for Neurology & Neurosurgery behandelt wurden. Bei 50,9 % lag ein epileptischer Anfall vor, 46,5% dieser Patientinnen und Patienten hatten bereits unbeachtete und/oder undiagnostizierte Anfälle erlitten. In 32 % lagen vasovagale Synkopen und in 18,2 % psychogene nicht-epileptische Anfälle vor. Insgesamt erleichterte das gesammelte Knowhow die frühe diagnostische Abklärung und gezielte Pharmakotherapie, so die Autoren.

„Ein frühes EEG ist besser als ein spätes EEG!“

Dabei sind es weniger medizinische Probleme, welche das Prozedere behindern, als vielmehr logistische Hürden, berichtete Prof. Margitta Zeck, Genf. Wer liest etwa am Wochenende oder in der Nacht das EEG? Hier kann bald die automatisierte Auswertung mithilfe der künstlichen Intelligenz einspringen. Aktuelle Ergebnisse eines Pilotversuchs am Universitätsspital Genf ergab, dass eine sofortige Hospitalisierung mit „Straight forward“-Epilepsiediagnostik im Vergleich zur späteren Diagnostik die Identifizierung signifikant mehr epileptogener Aktivitäten im Langzeit-EEG und schnellere Diagnose ermöglichte. Die frühe, schnelle Abklärung wirkte sich auch positiv auf die Therapietreue aus, so Seeck. „Ein frühes EEG ist besser als ein spätes EEG!“

Dr. Alexander Kretzschmar

Quelle: Symposium „First seizure clinics – time matters in epilepsy, too“ auf der Jahrestagung der European Academy of Neurology (EAN) in Helsinki am 23.06.2025

Bildquelle:© Siniehina – stock.adobe.com

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