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Neurologische Schäden nach Intensivaufenthalt: Dauerhafte Belastung trotz Rehabilitation

Zwei Krankenpflegerinnen versorgen einen Patienten auf der Intensivstation.

Neurologische Schäden nach Intensivaufenthalt: Dauerhafte Belastung trotz Rehabilitation

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Erschienen in: neuro aktuell

Mehr als die Hälfte der Überlebenden einer mehrtägigen Intensivbehandlung leidet laut einer aktuellen Studie langfristig unter neurologischen Beschwerden. Besonders häufig treten Schmerzen in den Schultern und Sensibilitätsstörungen, vor allem an den Füßen, auf.

Ein längerer Aufenthalt auf der Intensivstation mit invasiver Beatmung erhöht das Risiko für bleibende neurologische Schäden wie periphere Polyneuropathien oder Myopathien. Diese führen zu muskulärer Schwäche und Sensibilitätsstörungen. Selbst eine intensive Neurorehabilitation kann diese Beschwerden kaum lindern, wie eine Untersuchung im Rahmen des CINAMOPS-Projekts (Critical Illness Polyneuropathie und Myopathie Studie) zeigt. An der Studie nahmen 250 Patienten teil, die im Median 55 Tage auf der Intensivstation und 65 Tage in einer Neurorehabilitation verbracht hatten.
Die Ergebnisse zeigen, dass 57 % der Patienten bereits bei Aufnahme in die Rehabilitation über Schmerzen klagten, vor allem in Schultern, Lendenwirbelsäule und Füßen. Bis zur Entlassung blieben diese Beschwerden in gleichem Maße bestehen. Auch Sensibilitätsstörungen traten unverändert häufig auf und wurden überwiegend als taub, kribbelnd oder pelzig beschrieben. Besonders betroffen waren die Füße, Finger und Oberschenkel.
Das Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS), eine häufige Folge intensiver medizinischer Behandlungen, umfasst physische, psychische und kognitive Einschränkungen. Es betrifft bis zu 96 % der Überlebenden einer intensiven Therapie. Neben den genannten Beschwerden können auch Angstzustände, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen auftreten.
Künftige Studien sollten untersuchen, wie die negativen Einflüsse der Intensivbehandlung – etwa durch Medikamente oder Lagerung – minimiert werden können. Ziel ist es, effektivere Therapieansätze zu entwickeln, die die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verbessern.

Quelle: Renner C et al. S2e-LL – multimodale Neurorehabilitationskonzepte für das Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS). In: Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation, Leitlinien für die Neurorehabilitation. Auflage/Version 2.0; 24. Januar 2023. AWMF 080/007.

Bildquelle:© sudok1 – stock.adobe.com

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