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Therapien heute und morgen beim adulten Morbus Pompe

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Therapien heute und morgen beim adulten Morbus Pompe

Fachbeitrag

Neurologie und Psychiatrie

Neuromuskuläre Erkrankungen

mgb medizin Redaktion

Verlag

17 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Morbus Pompe, systemisch treffender als generalisierte Glykogenose mit lysosomaler Pathologie bezeichnet, stellt eine essenzielle Differenzialdiagnose innerhalb der hereditären metabolischen Myopathien dar. Die Erkrankung basiert auf einem Defizit der lysosomalen α-1,4-Glukosidase, welches eine progressive intrazelluläre Akkumulation von Glykogen induziert. Diese Speicherung destabilisiert nicht nur die Zellarchitektur, sondern stört auch kritische zelluläre Prozesse wie die Autophagie. In der Skelettmuskulatur mündet dieser pathomechanische Prozess in einer fettigen Degeneration und fibrotischem Umbau, was konsekutiv zu einem irreversiblen Funktionsverlust führt [1, 2].

Autoren: N. Nguyen-Younossi, A. Rosenbohm


Klinische Phänotypen und therapeutische Relevanz

Die klinische Präsentation korreliert eng mit der enzymatischen Restaktivität, was die therapeutische Strategie maßgeblich beeinflusst:
Infantile-Onset Pompe Disease (IOPD): Bei einer Restaktivität von < 1 % manifestiert sich das Krankheitsbild meist unmittelbar postnatal durch muskuläre Hypotonie, respiratorische Insuffizienz und ausgeprägte kardiale Hypertrophie. Ohne rechtzeitige therapeutische Intervention verläuft die IOPD innerhalb des ersten Lebensjahres letal [2].
Late-Onset Pompe Disease (LOPD): Mit einer Restaktivität zwischen ca. 2 % und 30 % zeigt die adulte Form einen heterogenen Verlauf, der von der Kindheit bis ins späte Erwachsenenalter einsetzen kann. Klinisch dominiert eine progrediente Gliedergürtelschwäche [2, 3].


Von der Diagnose zur Therapie

Wie bereits in unserem vorangegangenen Beitrag zur Diagnostik dargelegt [Klinische Intelligenz: Die richtigen Fragen auf dem Weg zur Diagnose des Morbus Pompe: erschienen in neuro aktuell (Ausgabe 07/2025) und pädiatrische praxis 2026 (Band 104/2)] [4], stellt die Identifikation des Morbus Pompe mit spätem Beginn (Late-Onset Pompe Disease, LOPD) aufgrund der unspezifischen Symptomatik eine erhebliche klinische Herausforderung dar; oft vergehen bis zur gesicherten Diagnose 12–13 Jahre [2]. Angesichts der progredienten Krankheitsentwicklung ist eine frühzeitige Diagnosestellung jedoch entscheidend, um das therapeutische Fenster optimal zu nutzen. Der vorliegende Artikel fokussiert daher auf die aktuellen Therapiestandards der LOPD, die Herausforderungen der Enzymersatztherapie (Enzyme Replacement Therapy, ERT) sowie auf innovative Behandlungsansätze im klinischen Management.


Nicht-medikamentöse Therapien

Die Behandlung des Morbus Pompe erfordert aufgrund der systemischen Manifestation der Erkrankung ein multimodales Therapiekonzept. Obwohl der Fokus dieses Beitrags auf medikamentösen Ansätzen liegt, ist der Stellenwert nicht-medikamentöser Interventionen von zentraler Bedeutung. Solange eine kurative Therapie nicht zur Verfügung steht, bilden supportive Maßnahmen eine essenzielle Säule des Krankheitsmanagements.
Hierzu zählen unter anderem gezielte physiotherapeutische Interventionen, die dem Erhalt der Muskelkraft dienen und der Entstehung von Kontrakturen entgegenwirken. Aufgrund der progredienten Beteiligung der Atemmuskulatur – insbesondere des Zwerchfells – gewinnen zudem im fortgeschrittenen Krankheitsstadium atemtherapeutische Maßnahmen bis hin zur nicht-invasiven oder invasiven Beatmung zunehmend an Relevanz [5].

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