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Parkinson-Krankheit: Neue Forschungseinblicke in Pathophysiologie und Genetik

Parkinson-Krankheit: Neue Forschungseinblicke in Pathophysiologie und Genetik

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Erschienen in: neuro aktuell

Mit einer Prävalenz von 1–2 % in der Bevölkerung ist die Parkinson-Krankheit (Parkinson‘s disease, PD) eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen des extrapyramidal-motorischen Systems. Das Absterben der dopaminergen Neuronen in der Substantia nigra bewirkt eine unzureichende Hemmung des Striatums. Dies führt, neben für die Betroffenen auch sehr belastenden nicht-motorischen Auffälligkeiten, zu den Leitsymptomen Bewegungsarmut, Muskelstarre (Rigor) und Ruhetremor. Mit unterschiedlichen Ansätzen lassen sich die Symptome abmildern, jedoch bleiben die ursächlichen Prozesse bis heute ungeklärt und können daher noch nicht beeinflusst werden. Um Diagnose und Behandlung weiter zu verbessern, ist die Erforschung der genetischen und pathophysiologischen Grundlagen der Krankheit daher von hoher Bedeutung.

So konnte die Übersichtsarbeit von Trevisan et al. (2024) zur Rolle der Genetik bei PD aufzeigen, dass 15 % der Parkinson-Betroffenen pathogene Varianten in den krankheitsassoziierten Genen tragen, von denen einige mit einer mendelschen Vererbung verbunden sind. Eine Vielzahl von Faktoren, wie Erkrankungsalter, Krankheitsverlauf, Prognose und Ansprechen auf Therapien, sind von diesem genetischen Hintergrund beeinflusst. Gene wie SNCA, LRRK2, PRKN, PINK1, VPS35 und VPS13C umfassen wichtige monogene Formen der PD.

Es ist anzunehmen, dass genetische Tests zukünftig eine wichtige Rolle bei der PD-Vorsorge spielen könnten, auch wenn dazu bisher keine klinischen Richtlinien existieren. Ein nützliches Instrument zur genetischen Stratifizierung der Bevölkerung in Bezug auf Krankheitsrisiko, Prognose und insbesondere die personalisierte Versorgung von Patienten könnten auch Polygenic Risk Scores (PRS) darstellen.

Zur Integration verschiedener Darstellungsansätze des PD-Beginns haben Horsager und Borghammer 2019 das a-Synuclein Origin site and Connectome-Modell vorgestellt. Die Autoren schlagen darin zwei Subtypen vor: den brain-first-Subtypen, der in der Amygdala oder dem Riechkolben beginnt, und den body-first-Subtypen, bei dem die Pathologie im peripheren Nervensystem, insbesondere im enterischen Nervensystem, beginnt und sich über die autonomen Nervenbahnen zum Gehirn ausbreitet.

Für dieses Modell liegen nun erste empirische Evidenzen vor. Im Allgemeinen wurde für molekulare Bildgebungsergebnisse eine Übereinstimmung mit dem Modell gefunden. Berichtet wurde von einer Häufung relevanter Marker des Body-first-Subtyps, einschließlich REM-Schlafverhaltensstörung, Verstopfung, autonomer Dysfunktion, neuropsychiatrischer Symptome und kognitiver Beeinträchtigung.
Strukturelle Bildgebungsstudien wie die MRT-Volumetrie zeigten jedoch widersprüchliche Ergebnisse, was weitere Forschung erforderlich macht.


Text: Julina Pletziger

Literaturangaben
Trevisan L et al. Genetics in Parkinson’s disease, state-of-the-art and future perspectives British Medical Bulletin 2024; 149: 60–71
Horsager J & Borghammer P. Brain-first vs. body-first Parkinson’s disease: An update on recent evidence. Parkinsonism and Related Disorders 2024; 122: 106101

Bilderquelle: © freshidea

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