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Status epilepticus – Optionen für ein besseres klinisches Management

Nahaufnahme einer Hand auf dem Boden, symbolisiert die akute Phase des Status epilepticus und die Herausforderungen im klinischen Management.

Quelle: © Andrey Popov - stock.adobe.com

Status epilepticus – Optionen für ein besseres klinisches Management

Kongress

Neurologie und Psychiatrie

Epilepsie

mgo medizin

Dr. Alexander Kretzschmar

Verlag

3 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Die Mortalität des Status epilepticus (SE) ist bis heute schon in der Akutphase sehr hoch und steigt weiter in den folgenden Monaten und Jahren. Dabei ist „die häufigste Todesursache die Begrenzung der aktiven Behandlung durch die Ärztinnen und Ärzte in dieser Patientengruppe“, beklagte Prof. Christoph Beier, Odense, auf der DGN-Jahrestagung 2025. Eine Expertenrunde beschäftigte sich mit aktuellen Entwicklungen entlang des Behandlungspfades.

Die klinischen Prognosefaktoren in der Akuttherapie sind gut untersucht, etwa die Ätiologie, das Alter sowie verschiedene EEG-Merkmale oder die Dauer des SE, so Beier. Neuere Studien betonen die Bedeutung periiktaler MRT-Veränderungen für den langfristigen Outcome. Vor allem Patientinnen und Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand und periiktalen MRT-Veränderungen zeigen eine erhöhte langfristige Mortalität. Prognostisch ungünstig sind MRT-Veränderungen – „die verhängnisvolle Triade“ – im Cortex, Hippothalamus und der Kerngruppe des Pulvinar im Thalamus. Beier: „Wenn der Thalamus mitbetroffen ist, dann sieht das Ganze gleich viel düsterer aus,“ Als alleinige Entscheidungsfaktoren reichen MRT-Befunde aber nicht aus, so Beier. Blutbasierte Biomarker werden daher intensiv beforscht. Vor allem die Leichtketten-Neurofilamente (NfL) erscheinen geeignet. Sie sind assoziiert mit der Dauer des SE und dem Zustand bei klinischer Entlassung.

Zur Ersttherapie des akuten SE empfiehlt ein aktueller internationaler Expertenkonsensus eine Verkürzung der Zeit bis zur Ersttherapie, um prologierte Anfälle mit ungünstigem Outcome zu verhindern, berichtete Prof. Adam Strzelczyk, Frankfurt/Main. Bei generalisierten tonisch-klonischen SE mit prolongierten Anfällen von 5 auf 2 Minuten, beim fokalen SE mit verringertem Bewusstsein sowie beim SE mit Absencen von 10 auf 5 (2-3) Minuten. Zusammen mit der Verfügbarkeit intranasaler und intrapulmonaler Medikamente würde der Wirkeintritt somit weiter verkürzt. Die aktuelle Leitlinie hat sich bereits mit der Aufnahme von intramuskulärem Midazolam offen gegenüber neuen Applikationswegen gezeigt, so Strzelczyk.

Dr. Isabelle Beuchat, Lausanne, wies darauf hin, dass in Europa immer weniger SE-Patientinnen und -Patienten eine Narkose erhalten, während in den USA der Trend gegenläufig ist. In der deutschsprachigen SENSE-Registerstudie war ein Narkose-Verzicht mit einem besseren Outcome assoziiert. Auch das Timing der Anästhesie ist wichtig. Eine frühe Anästhesie vor der 2. Therapielinie ist mit einer kürzeren Dauer des nicht-refraktären SE, weniger Infektionen und einem besseren Outcome assoziiert. Eine verzögerte Anästhesie nach der 3. Therapielinie führte nach Ende des refraktären SE zu einer geringeren Erholung zum prämorbiden Zustand. Ein Verzicht auf eine Anästhesie sollte insbesondere bei motorischen Symptomen und nicht-fataler Ätiologie in individueller Entscheidung erwogen werden, so Beuchat.

Dr. Alexander Kretzschmar

Quelle: Symposium „Neue Entwicklungen zur Diagnostik und Therapie des Status epilepticus“ am 12.11.25 in Berlin.

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