Urologie » Operative Urologie

»

Erste roboterassistierte Nierentransplantation in Erlangen

Erste roboterassistierte Nierentransplantation in Erlangen

Aktuelles

Urologie

Operative Urologie

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Vor fast 60 Jahren wurde am Uniklinikum Erlangen die erste Lebendnierentransplantation durchgeführt. Seit knapp zehn Jahren ist hier die minimalinvasive Organentnahme Standard. Nun wurde im Juli 2025 am Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg erstmals eine roboterassistierte Lebendnierentransplantation mit dem Da-Vinci-Operationssystem durchgeführt.  

Zukünftig soll dieses Verfahren medizinisch geeigneten Lebendnierenempfängerinnen und -empfängern standardmäßig angeboten werden. „Mit der roboterassistierten Nierentransplantation erweitern wir das Behandlungsspektrum des Transplantationszentrums Erlangen-Nürnberg um eine weitere maximal schonende Operationstechnik und verbessern dadurch die Versorgungsqualität für unsere Patientinnen und Patienten signifikant“, betont PD Dr. Hendrik Apel, leitender Oberarzt der Urologischen und Kinderurologischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Bernd Wullich) des Uniklinikums Erlangen, der die erste Transplantation dieser Art in Erlangen durchführte.

„Wir verfügen über jahrelange Erfahrung mit dem Da-Vinci-Operationssystem und verwenden es seit 2013 sowohl bei gutartigen als auch bösartigen Erkrankungen von Niere und Prostata – im vergangenen Jahr etwa bei knapp 200 Eingriffen“, erklärt PD Apel. „Es lag deshalb nahe, diese Expertise auch auf die Nierentransplantation zu übertragen.“ 

Die erste roboterassistierte Lebendnierentransplantation

Daher fand jetzt die erste robotergestützte Lebendnierentransplantation am Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg statt: Die Niere einer 58-jährigen Spenderin wurde minimalinvasiv auf ihre 32-jährige Tochter übertragen, die an einer IgA-Nephritis leidet – einer unheilbaren chronischen Nierenerkrankung. PD Dr. Verena Lieb, Oberärztin der Urologie, entnahm die Spenderniere konventionell laparoskopisch; transplantiert wurde das Organ anschließend mithilfe des Da-Vinci-Systems von PD Apel. Fachlich begleitet wurde er dabei von Prof. Dr. Stefan Siemer, Kommissarischer Leiter der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes und einer der wenigen Urologen in Deutschland, der die roboterassistierte Nierentransplantation bereits regelmäßig durchführt. 

Bereit für die Zukunft

„Die Operation lief hervorragend. Ich freue mich, schon bald die nächste roboterassistierte Lebendnierentransplantation durchzuführen – voraussichtlich sogar noch im August“, berichtet PD Apel nach dem vierstündigen Eingriff. Prof. Dr. Bernd Wullich, Direktor der Urologie des Uniklinikums Erlangen, zeigt sich ebenfalls erfreut: „Da-Vinci-OPs sind die Zukunft in den chirurgischen Fachbereichen. Bislang hat diese Entwicklung jedoch im Bereich der Organtransplantation in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle gespielt – umso mehr freut es mich, dass wir die schonende Technik am Uniklinikum Erlangen nun auch Lebendnierenempfängerinnen und -empfängern anbieten können.“

Quelle: Pressemitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Bildquelle: Franziska Männel/Uniklinikum Erlangen

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Mikroskop mit schwebenden Zellen im Labor als Symbol fuer Immuntherapie und neue Therapieoptionen beim Peniskarzinom

Update Peniskarzinom 2026: Immuntherapie und neue Therapieperspektiven

Fachbeitrag

Beim seltenen Peniskarzinom eröffnen Immuntherapien und molekulare Analysen neue Behandlungsperspektiven. Daten zu Cemiplimab zeigen jedoch, dass bislang nur bestimmte Patientengruppen profitieren. Entscheidend für die personalisierte Therapie sind daher verlässliche Biomarker und eine präzise molekulare Charakterisierung.

Urologie

Tumoren der äußeren Genitalien

Peniskarzinom

Beitrag lesen
Der damals 17-jährige Mailo erhält im Juli 2025 eine T-Zelltherapie gegen PRAME mit seinen gentechnisch veränderten Immunzellen. © privat

PRAME-T-Zelltherapie drängt metastasierten Nierentumor zurück

Aktuelles

Eine personalisierte T-Zelltherapie hat bei einem Jugendlichen mit weit fortgeschrittenem, therapieresistentem Nierentumor zu einem vollständigen Ansprechen geführt. Die Behandlung zielte auf das Tumorantigen PRAME. Eine klinische Studie für weitere Kinder und Jugendliche ist ab 2027 geplant.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Aktuell warten in Deutschland 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Rund 250 Abgeordnete wollen deshalb eine Widerspruchslösung im Bundestag durchsetzen. © abuzar - stock.adobe.com

Bundestags-Gruppe beantragt Widerspruchslösung für Organspende

Berufspolitik

Rund 250 Abgeordnete mehrerer Fraktionen des Bundestags haben beantragt, eine Widerspruchslösung für die Organspende im Transplantationsgesetz zu verankern. Dann müssten Versicherte z.B. einer postmortalen Nierenspende widersprechen, um sie zu verhindern.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen