Bei der Behandlung von Prostataerkrankungen sind kompakte Lösungen gefragt, die Ultraschalltechnik direkt in medizinische Instrumente integrieren. Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) und MaxQ Medical entwickeln ein transurethrales System, das Ultraschallbildgebung und Therapie verbinden soll.
Zunächst ist der Einsatz bei Benigner Prostatahyperplasie (BPH) vorgesehen. Perspektivisch soll die Plattform aber weitere medizinische Anwendungen ermöglichen, berichtet der Informationsdienst Wissenschaft (IDW) unter Berufung auf Fraunhofer IPMS. Elementar ist das Zusammenspiel von Medizintechnik und Mikrosystemtechnik. Als Entwicklungspartner von MaxQ Medical entwickelt das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) miniaturisierte Ultraschallwandler für dessen Technologieplattform. Mit einer aktuellen Series-A-Finanzierung von 31,5 Millionen US-Dollar will das Unternehmen die Entwicklung seiner Plattform und das klinische Programm vorantreiben. Die Partnerschaft soll zeigen, wie Mikrosystemtechnik neue Ultraschallanwendungen in der Medizin ermöglichen kann, so der IDW.

CMUTs machen Ultraschall kompakt
Die Abkürzung CMUTs steht für „Capacitive Micromachined Ultrasonic Transducers“ und bezieht sich übersetzt auf kapazitive mikromechanische Ultraschallwandler. Sie bilden eine technologische Grundlage kompakter Ultraschallsysteme. Dabei handelt es sich um winzige Strukturen, die mit Verfahren der Mikrosystemtechnik hergestellt werden und elektrische Signale in Ultraschall umwandeln können. Umgekehrt lassen sich empfangene Ultraschallsignale wieder in elektrische Signale überführen. Durch ihre geringe Größe und ihre Integrationsmöglichkeiten bieten CMUTs interessante Voraussetzungen für medizinische Instrumente mit begrenztem Bauraum. Mehrere Wandler lassen sich zu Arrays zusammenfassen, wodurch kompakte Ultraschallsysteme mit zahlreichen Kanälen realisiert werden können, berichtet der IDW.
Das Fraunhofer IPMS verfügt nach eigener Darstellung über Kompetenz in der Entwicklung von CMUTs. Die Arbeiten umfassen unter anderem das Design der Bauelemente, die Entwicklung geeigneter Fertigungsprozesse sowie die Herstellung und Charakterisierung. Damit kann das Institut die CMUT-Technologie nach eigener Darstellung gezielt an die Anforderungen unterschiedlicher Anwendungen anpassen. Die Entwicklungspartnerschaft mit Orchard Ultrasound Innovation und dessen erster Ausgründung MaxQ Medical steht dabei beispielhaft für den Technologietransfer des Fraunhofer IPMS.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (IDW), Fraunhofer IPMS





