Urologie » Tumoren der äußeren Genitalien » Hodentumoren

»

Update Uroonkologie: Stand der Dinge bei seltenen Tumoren

Quelle: © Dr_Microbe – stock.adobe.com

Update Uroonkologie: Stand der Dinge bei seltenen Tumoren

News

Urologie

Tumoren der äußeren Genitalien

Hodentumoren

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Neben den häufigeren Erkrankungen Urothel- und Nierenzellkarzinom ging es in der Session „Update Uroonkologie“ auch um seltenere Tumorarten – um das Peniskarzinom sowie um Hodentumore.

Zum Peniskarzinom machte Prof. Dr. Chris Protzel, Schwerin, vor allem auf die Bedeutung der psychoonkologischen Betreuung der betroffenen Männer aufmerksam. Diese sei für eine optimale Behandlung essentiell. Das Gleiche gelte neben dem unbedingten Anstreben des Organerhalts bei der Therapie des Primärtumors für das Lymphknotenmanagement. Dieses spiele eine entscheidende Rolle für die Prognose, so Protzel. Bei der systemischen Therapie gelte Cisplatin/Paclitaxel weiterhin als Standard, neue – hoffentlich effektive – Optionen seien aber auf dem Weg.

Tumormarker im Auge behalten

PD Dr. Walter Albrecht, Wien, wies darauf hin, dass es eine Erhöhung der Marker AFP und HCG nur bei einem Hodentumor gebe. Wenn diese durch eine Therapie nicht abfielen, seien sicher Metastasen vorhanden und eine Chemotherapie notwendig. Zudem ginge ein Wiederanstieg der Marker in der Regel einem Rezidiv voraus oder begleite es. Bei negativen Tumormarkern solle man immer an den Hodenerhalt denken, betone Albrecht.

Für eine erfolgreiches Management der Erkrankung müsse man wissen, wie hoch das Rezidivrisiko sei, ob es valide Risikofaktoren für eine sinnvolle risikoadaptierte Therapie gebe, ob der Patient für „Surveillance“ geeignet sei, ob eine bzw. welche Chemotherapie infrage käme und was die möglichen Langzeitfolgen der Therapie seien.

Bei der Nachsorge spielten neben der Kontrolle der Marker u.a. auch die von Testosteron – um einem Hypogonadismus entgegenzuwirken, LH, FSH, Cholesterin, HDL und PSA eine Rolle. Dem Patienten sollte generell empfohlen werden, nicht zu rauchen, sich reichlich zu bewegen und Gewicht zu reduzieren.

Für den Therapieerfolg seien generell eine sinnvolle Reduktion von Chemotherapie-Zyklen, eine Beseitigung von prophylaktischer und therapeutischer Radiatio, eine deutliche Reduktion der Bildgebung, eine Lifestyle-Beratung, zentralisierte und kollaborative klinische Entscheidungen sowie eine Konzentrierung komplexer Behandlungen in High-Volume-Zentren Voraussetzungen, so Albrecht abschließend.

Quelle: Akademieforum „Update Uroonkologie?“ anlässlich des 77. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), Hamburg, 17. September 2025

Bildquelle: © Dr_Microbe – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Nackte Fuesse eines Paares ragen unter der Bettdecke hervor als Symbol fuer Orgasmusstoerungen und was Koerper und Seele brauchen

Orgasmusstörungen – was Körper und Seele brauchen

Fachartikel

Orgasmusstörungen sind weit verbreitet, werden aber selten offen thematisiert. Der Beitrag zeigt: Der Orgasmus ist kein reiner Reflex, sondern ein biopsychosoziales Zusammenspiel aus Körper, Psyche, Biografie und Beziehung – im ICD‑11 als HA02 klassifiziert. Entscheidend sind Abklärung möglicher Ursachen und ein ganzheitlicher Ansatz aus körperzentrierter Sexualtherapie, Gesprächen und ggf. Paartherapie.

Urologie

Sexuelle Funktionsstörungen

Beitrag lesen
Robotersysteme, die Bewegungsbefehle des Chirurgen hochpräzise übersetzen, sind bereits erfolgreich in Kliniken im Einsatz. Nun verspricht die Kombination dieser Technik mit Datenbrillen einen weiteren Innovationsschub. © Universitätsklinikum Leipzig I Lilly Schmidt

Datenbrillen und Robotersysteme revolutionieren die Schlüsselloch-Chirurgie

News

Datenbrille trifft OP-Robotik: Spatial Computing soll minimalinvasive Eingriffe präziser und sicherer machen – besonders in der Urologie, etwa bei Prostata-OPs mit Schutz von Nerven für Kontinenz und Potenz. Fraunhofer IWU und Uniklinikum Leipzig entwickelten dafür eine App für Standard-Datenbrillen (z. B. Apple Vision Pro) und zeigen Anwendungen beim Healthcare Summit in Leipzig.

Urologie

Operative Urologie

Beitrag lesen
Arzt im weissen Kittel haelt Stethoskop vor einem unscharfen Wartezimmer mit vielen Patienten als Symbol dafuer, dass das Spargesetz der Regierung das Leistungsangebot reduzieren wird

KBV: Spargesetz der Regierung wird Leistungsangebot reduzieren

Berufspolitik

Nach der Verabschiedung des GKV-Spargesetzes durch Bundestag und Bundesrat hat der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nochmals vor den massiven Auswirkungen der milliardenschweren Kürzungen gewarnt. Der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen kündigte an, dass die Praxen ihr Leistungsangebot analog zum Gesetz nach unten anpassen werden.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen