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Krebsmedikament zeigt überraschende Wirkung bei Myasthenia gravis 

Krebsmedikament zeigt überraschende Wirkung bei Myasthenia gravis 

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Myasthenia gravis

2 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Eine ursprünglich zur Behandlung von Blutkrebs entwickelte Immuntherapie hat bei einer Patientin mit schwerer Myasthenia gravis zu einer anhaltenden, fast vollständigen Besserung geführt. Die einmalige Gabe eines sogenannten bispezifischen T-Zell-Antikörpers (TCE) an der Universitätsmedizin Magdeburg führte innerhalb weniger Wochen zu einem Wiedergewinn verlorener Lebensqualität – ein Behandlungserfolg, der nun über acht Monate anhält. Der Fall wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Molecular Therapy veröffentlicht.

Die nun behandelte 47-jährige Vanessa E. litt an einer besonders schwer verlaufenden Form der Erkrankung, gegen die keine der zahlreichen Vortherapien ausreichend wirksam war – darunter Kortison, Immunsuppressiva, Plasmapherese sowie verschiedene Antikörperbehandlungen. Sie war auf den Rollstuhl angewiesen und erheblich im Alltag eingeschränkt.

„Der eingesetzte bispezifische Antikörper bringt T-Zellen gezielt mit krankheitsverursachenden Plasmazellen zusammen“, erklärt Prof. Dr. Dimitrios Mougiakakos, Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie an der Universitätsmedizin Magdeburg. „Diese Zellen produzieren Autoantikörper – und werden durch die aktivierten T-Zellen in einem gezielten immunologischen Angriff ausgeschaltet. Ein therapeutisches Rendezvous mit tödlicher Wirkung für die Ursache der Erkrankung.“

Beschwerdefrei nach wenigen Monaten

Bereits drei Monate nach der einmaligen Infusion konnten alle Medikamente schrittweise abgesetzt werden. Die Patientin war vollständig therapiefrei, ihre Gehstrecke betrug über 1,5 Kilometer – mittlerweile bewältigt sie Strecken über zwei Kilometer und ist im Alltag weitgehend beschwerdefrei. Die Remission hält über acht Monate nach Therapiebeginn stabil an.

„Das Ausmaß der Besserung und die Stabilität des Verlaufs sind in diesem Krankheitsbild außergewöhnlich“, sagt Prof. Dr. Stefanie Schreiber, kommissarische Direktorin der Klinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Magdeburg. „Die Patientin hat in kurzer Zeit verloren geglaubte Fähigkeiten zurückgewonnen – ohne weitere immunsuppressive Therapie und ohne relevante Nebenwirkungen.“

Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Magdeburg (11.8.25)
Zur Originalpublikation kommen Sie hier.

Wissenschaftliche Ansprechperson
Prof. Dr. Stefanie Schreiber
E-Mail: stefanie.schreiber@med.ovgu.de
Telefon: +49 391 67 13421

Bildquelle: Patientin Vanessa E. nach erfolgreicher Therapie © privat

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