Neurologie und Psychiatrie » Epilepsie

»

Diagnostik in der Epileptologie – heute und in der Zukunft

Quelle: illustrissima - stock.adobe.com

Diagnostik in der Epileptologie – heute und in der Zukunft

Kongress

Neurologie und Psychiatrie, Unkategorisiert

Epilepsie

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Fundierte Diagnostik ist die Grundlage jeder rationalen Epilepsiebehandlung. Für Ärztinnen und Ärzte in der neurologischen Weiterbildung sowie Fachärztinnen und -ärzte außerhalb der epileptologischen Spezialisierung kann es im klinischen Alltag herausfordernd sein, Ergebnisse sicher zu interpretieren und zu kontextualisieren, zumal sich diagnostische Methoden fortwährend und rasch weiterentwickeln. In der Rubrik „Junge Neurologie“ wurden im Rahmen des DGN-Kongress drei zentrale Diagnostikbausteine (EEG, MRT-Bildgebung und genetische Diagnostik) thematisiert, der aktuelle Stand ihrer Leitlinien-gerechten klinischen Anwendung vermittelt und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben.

Den Überblick über Indikationen zur EEG-Ableitung, die Interpretation typischer Befunde und deren Stellenwerte für die Diagnose verschiedener Epilepsiesyndrome gab Prof. Dr. Christian Meisel (Charité). Trotz des relativ häufigen Auftretens der Epilepsie, ist das Fachwissen zum Lesen klinischer EEGs nicht weit verbreitet und EEG-Auswertungen werden meist von Ärzten ohne spezielle Ausbildung vorgenommen. Fehlinterpretationen des EEG stellen deshalb die häufigste Ursache für Fehldiagnosen bei Epilepsie dar. Meisel ging auf das Potenzial von EEG-Auswertungen mittels künstlicher Intelligenz, Ultra-Langzeit-Ableitungen sowie Heim-Ableitungen und Wearables ein. Gerade Langzeitmessungen haben in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse geliefert, wie z. B. das bei vielen Patientinnen und Patienten zyklische (und nicht zufällige) Auftreten von Anfällen. Dr. Nils Focke, Göttingen, fokussierte seinen Vortrag auf das standardisierte MRT-Epilepsieprotokoll, die strukturierte Befundung und die Detektion subtiler Läsionen. Ausblickend ging er auf Post-Processing, KI-gestützte Algorithmen zur Läsions-Detektion und das Hochfeld-MRT ein, die neue diagnostische Möglichkeiten eröffnen. Die wachsende klinische Bedeutung und zunehmende Therapierelevanz der genetischen Diagnostik im Rahmen einer interdisziplinären Versorgung wurden von Dr. Ilona Krey, Halle/Leipzig, herausgestellt.

Dr. Daniela Leopoldt

Quelle: Diagnostik in der Epileptologie – heute und in der Zukunft am 05. November 2026 im Rahmen des DGN-Kongress in Berlin

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Repeat-Expansions-Erkrankungen: Neue Forschungserkenntnisse

Kongress

Bei Repeats handelt es sich um genetische Sequenzen der DNA, die aus repetitiven Abfolgen kurzer Basensequenzen mit variabler Länge bestehen. Übersteigt die Anzahl dieser Wiederholungen einen kritischen Grenzwert, spricht man von Repeat-Expansions-Erkrankungen.

Neurologie und Psychiatrie

Forschung

Beitrag lesen

Das Fenster zum Gehirn – OCT in der Neurologie

Kongress

Die optische Kohärenztomographie (OCT) kann über hochauflösende Messungen der Netzhaut präzise Einblicke in den Zustand des zentralen Nervensystems für die Neurologie liefern. Die Messungen hinsichtlich des Verlusts von Nervenfasern (pRNFL) und Glanglienzellen (GCIPL) lassen Rückschlüsse zu, auch wenn noch keine klinischen Symptome vorliegen.

Neurologie und Psychiatrie

Demyelinisierende Erkrankungen

Multiple Sklerose

Beitrag lesen

EEG auf Intensivstation: Alter, lahmer Hut oder aktuell und wichtig?

Kongress

In den letzten Jahren war ein relevanter Wissenszuwachs in Bezug auf das EEG auf Intensivstationen zu verzeichnen. Dieser Fortschritt wurde in einem interaktiven Symposium dargestellt und diskutiert.

Neurologie und Psychiatrie

Epilepsie

Beitrag lesen